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Entspannt lernen – warum es die beste Lernzeit am Tag nicht gibt

Die Lernzeit nutzen zum entspannt lernen: Darum gibt es keine extra Lernzeit.

Lesezeit: ca. 5 Minuten 

Stimmt es, dass wir morgens in der Schule am aufnahmefähigsten sind? Wann ist eigentlich die beste Lernzeit am Tag? Und ist es möglich, sich gleichzeitig zu entspannen und dabei ganz unbeschwert neues Wissen aufzusaugen? Zum Thema der besten Lernzeit kursieren unzählige Empfehlungen und Studien im Netz. All diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag nach und erklären dir, weshalb es auf die individuelle Lernzeit und nicht auf eine bestimmte Zeit zum Lernen ankommt. 

Gibt es überhaupt eine extra Zeit zum Lernen?

Unser gesamtes Leben besteht aus einem Lernprozess und einer stetigen Weiterentwicklung. Wir lernen immer und überall und das sowohl bewusst als auch unbewusst zu jeder Zeit und in jedem Moment. Wie wir mit dem Gelernten umgehen und was wir mit den dabei aufgenommenen Informationen (Handlungen, Gedanken, Emotionen) machen, dürfen wir natürlich frei entscheiden und beeinflussen. Müssen wir bestimmte Inhalte für die Schule, die Universität oder einen Fortbildungskurs lernen, bevorzugen es manche Menschen, gleich früh am Morgen damit zu beginnen, während andere zu Nachteulen mutieren und sich lieber am Abend mit dem Lernstoff auseinandersetzen. Die beste Lernzeit am Tag ist also sehr individuell und kann nicht verallgemeinert werden. Manche Menschen sehen den frühen Morgen als ideale Lernzeit an, andere bevorzugen den Nachmittag, den Abend oder sogar die Nacht. Eine extra Zeit zum Lernen kann also nicht für die Allgemeinheit festgemacht werden. 

Die beste Lernzeit am Tag ist eine individuelle Lernzeit

Unsere optimale, individuelle Lernzeit wird von unserem Biorhythmus beeinflusst. 

Wir Menschen haben eine Art innere Uhr in uns, die unsere Wach- und Schlafzeiten steuert und das in eine 24-stündigen Takt. Neben dieser ,,Hauptuhr’’ gibt es in unserem Körper aber auch andere Taktgeber, die für bestimmte Funktionen zuständig sind. Dazu zählen beispielsweise der Stoffwechsel, die Regulation der Körpertemperatur, der Sauerstoffverbrauch aber auch die damit zusammenhängende Lernfähigkeit. Diese inneren Uhren werden von unserem Gehirn aus gesteuert und sind bei jedem Menschen individuell. Aber auch das Tageslicht und die Nahrungsaufnahme beeinflussen unsere innere Uhr. Während Kaffee unsere Leistungsfähigkeit für einen kurzen Zeitraum pusht, lässt unsere Leistungsfähigkeit nach einer fettigen, üppigen Mahlzeit eher nach und wir fühlen uns müde. 

Wann wir uns also am Aufnahmefähigsten fühlen, hängt stark von den einzelnen Komponenten dieser inneren Uhr ab. Unsere Lernfähigkeit kann aber auch von Tag zu Tag variieren und sowohl interne als auch externe Umstände können dazu führen, dass wir uns in einem Zeitfenster, indem wir uns für gewöhnlich gut konzentrieren können, plötzlich nicht so gut fokussieren können. Die beste Lernzeit am Tag kann also nicht verallgemeinert werden, sondern ist genauso individuell wie wir selbst.  

Die individuelle Lernzeit finden, um entspannt lernen zu können

Nicht jeder lernt gleich gut zur selben Zeit, eine extra Zeit zum Lernen gibt es also nicht.  Doch wie findet man für sich heraus, wann für einen persönlich die beste Lernzeit am Tag ist? Nachfolgend haben wir Tipps und Tricks für euch gesammelt, wie ihr für euch die optimale Lernzeit ermitteln könnt:

  • Eine Leistungskurve anlegen: 

Im Internet finden sich viele Vorlagen, die den Tag in kleine Zeitfenster abbilden. Drucke dir so einen Leistungskurve Bogen fünf bis sieben mal aus und fülle ihn jeden Tag aus. So bekommst du einen Überblick darüber, wann du deine leistungsfähigsten Zeiten hast.  Hier findest du eine Pdf Vorlage einer Leistungskurve. Bedenke aber, dass nicht jeder Tag gleich ist und auch nicht gleich sein muss.

  • Lernen nach Gefühl: 

Auf Zwang zu lernen bringt in den meisten Fällen nichts. Daher gönne dir eine kurze Auszeit wenn du dich müde fühlst und setze dich danach nochmal an den Schreibtisch. Nach einer üppigen Mahlzeit wirst du dich ebenso schlapp fühlen, aber auch mit Hunger zu lernen macht wenig Sinn. Versuche für dich eine Balance zu finden und nutze die Zeiten für effektives Lernen, in denen du dich fit und voll mit Energie fühlst. So kannst du auch ein größeres Pensum mit mehr Leichtigkeit bewältigen. 

  • Lernen im hypnagogischen Zustand: 

Dieser Tipp eignet sich ganz besonders dafür, wenn du entspannt lernen möchtest. Hierfür bietet es sich an, den Lernstoff mit der Audiofunktion des Handys oder eines Diktiergerätes aufzunehmen. Wenn du dich am Abend ins Bett legst, musst du nichts weiter zu tun, als diese Audiodatei abzuspielen. In der Phase kurz bevor wir einschlafen, können wir Informationen besonders gut aufnehmen. Genauere Informationen zum entspannt lernen findest du weiter unten. 

Neben der auf euch abgestimmten, individuellen Lernzeit kann auch die Lernumgebung eine zentrale Rolle im erfolgreichen Lernprozess darstellen. Es sollte darauf geachtet werden, sich einen Arbeitsplatz zu schaffen, an dem man sich wohlfühlt und gut konzentrieren kann. Der Stuhl sollte gemütlich sein und das Licht sollte weder zu dunkel sein, noch die Augen blenden. 

Entspannt lernen” im Zustand zwischen Wachsein und Schlaf

Gehirnforscher haben herausgefunden, dass wir in der Phase zwischen dem Wachsein und dem Einschlafen besonders empfänglich für Informationen sind. Wir erleben diese Phase tagtäglich in den Sekunden vor dem Einschlafen und dem Aufwachen, in denen wir tiefenentspannt sind. Diese Übergangsphase wird in der Psychologie als hypnagogischer Zustand bezeichnet und man spricht in der Gehirnforschung von Alpha Wellen, die in diesem Zustand in unserem Gehirn präsent sind. Dieser hypnagogische Zustand ist die Pforte zu einer höheren Bewusstseinsebene und so wurde herausgefunden, dass wir in diesem Zustand Sprachen schneller lernen und Lerninhalte besser und nachhaltiger aufnehmen können.  

Befreien wir uns bewusst von Anspannungen aller Art, sind wir aufnahmefähiger für Informationen und unser Geist und unsere Gedanken sind zunehmend klarer. Ziehen wir unsere Sinne zurück und sind konzentrierter, können wir einen Moment achtsamer und bewusster wahrnehmen. Bestimmte Techniken, wie beispielsweise das Yoga Nidra, Meditations- oder Achtsamkeitsübungen ermöglichen es uns, diesen entspannten Zeitraum auszudehnen um mehr Informationen aufnehmen zu können. 

Beim Yoga Nidra, dem sogenannten ,,Yogischen Schlaf’’, können beispielsweise tiefere Bewusstseinsschichten erreicht werden. Das funktioniert so, indem man sich auf den Rücken legt und zum Beispiel mit einer geführten Meditation die einzelnen Körperteile bewusst wahrnimmt und diese nachspricht, entweder laut oder in Gedanken. Wir können uns von körperlichen, mentalen und emotionalen Anspannungen lösen und sind in diesem schläfrigen Zustand aufnahmefähiger. 

Auch für Kinder bewährt sich das Lernen vor dem Einschlafen. Das muss allerdings überhaupt nicht die Form von Lernen für die Schule annehmen, sondern kann das Abspielen von Hörspielen oder Einschlafgeschichten sein. So wird im Unterbewusstsein die Sprachentwicklung des Kindes gefördert. 

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