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Belastendes Schulsystem für Pädagog:innen – die Gemeinschaftsschule als Lösungsansatz?

Wenn sich das Schulsystem belastend auf den Arbeitsalltag von Pädagog:innen auswirkt

Wenn sich das Schulsystem belastend auf den Arbeitsalltag von Pädagog:innen auswirkt

 

Hoher Workload, emotionale Belastung und fehlende Ressourcen: Lehrkräfte haben oft mit einer Arbeitsbelastung zu kämpfen, die weit über die Unterrichtszeit hinausgeht. Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Elterngespräche, Verwaltungsaufgaben und außerplanmäßige Aktivitäten können zu langen Arbeitszeiten und Stress führen. Emotionale Belastungen, wie die Arbeit in heterogenen Klassenzimmern, einschließlich der Unterstützung von Schüler:innen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, können sehr herausfordernd sein. Oftmals mangelt es an ausreichenden Ressourcen, sowohl in Bezug auf Materialien, als auch an Personal. Dies kann bedeuten, dass Lehrer:innen ohne ausreichende Unterstützung (z.B. durch Sozialarbeiter:innen, Psycholog:innen oder Sonderpädagog:innen) arbeiten müssen. Auch die fortlaufende Anpassung an neue Bildungsreformen und -standards kann zusätzlichen Druck erzeugen. 

 

Die Wirksamkeitserfahrung als entscheidender Indikator

Die Erfahrung der Wirksamkeit spielt zudem eine entscheidende Rolle in der pädagogischen Arbeit. Sie bezieht sich darauf, wie Pädagog:innen ihre Fähigkeit wahrnehmen, positive Veränderungen und Lernerfolge bei ihren Schüler:innen zu bewirken. Eine hohe Wirksamkeitserfahrung kann das Engagement, die Motivation und die Ausdauer von Pädagog:innen stärken und dadurch zu effektiven Unterrichtsmethoden und Lernergebnissen von Schüler:innen führen. Wenn Lehrkräfte sich in ihrem Gefühl der Selbstwirksamkeit nicht wohl oder gesehen fühlen, kann dies zu Demotivation, psychischem Druck und einem Gefühl der Hilflosigkeit führen. Ihre pädagogische Effektivität kann darunter leiden, da das Vertrauen in ihre Fähigkeiten, einen positiven Einfluss auf die Lernergebnisse ihrer Schüler:innen zu haben, schwindet. Dies kann sich negativ auf das Klassenklima auswirken und das Lernpotential der Schüler:innen einschränken. 

Die Gemeinschaftsschule als Lösungsansatz

Alles in allem braucht es ein Konzept, in dem alle Lernenden und Lehrenden ihren Platz finden. Eine mögliche Lösung könnte die Umstellung des bisherigen, mehrgliedrigen Schulsystems auf eine Gemeinschaftsschule für alle sein. In einer Gemeinschaftsschule können die Schüler:innen auch heute schon ab Klasse fünf gemeinsam die Schule besuchen und sich entsprechend ihrer Interessen und Kompetenzen für verschiedene Abschlüsse entscheiden.

Noch wirksamer wäre eine Gemeinschaftsschule ab der ersten Klasse, wie es schon von einigen freien Schulen praktiziert wird. Das Konzept basiert auf dem Prinzip des inklusiven und differenzierten Lernens für alle Schüler:innen, unabhängig von ihren Fähigkeiten. Im Kern steht das Ziel, allen Schüler:innen den bestmöglichen Bildungsweg zu ermöglichen, indem unterschiedliche Lernniveaus und Bildungsabschlüsse unter einem Dach vereint werden. 

Auch die Lehrkräfte können in der Gemeinschaftsschule ihre Fähigkeiten voll entfalten, da sie die Schüler:innen über einen längeren Zeitraum begleiten und dadurch eine stärkere Bindung entsteht. Zudem bewegen sich die Lehrkräfte über mehrere Jahre im gleichen Kollegium und können gemeinschaftlich nachhaltig pädagogisch arbeiten. 

Vorteile der Gemeinschaftsschule als einzige Schulform

Wenn es nur eine Schulform gäbe, könnte dies zu größerer Chancengleichheit führen, da alle Schüler:innen unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund den gleichen Zugang zu Bildungsressourcen und -möglichkeiten hätten. Eine einheitliche Schulform könnte dazu beitragen, dass die Komplexität der Schulwahl für Eltern, Schüler:innen und Pädagog:innen reduziert und die Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Bildungsniveaus erleichtert wird.

Eine Schulform für alle fördert die Mischung und die Interaktion zwischen Eltern, Schüler:innen und Pädagog:innen aus verschiedenen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Hintergründen, was zu einer größeren Zufriedenheit innerhalb der Gesellschaft und zu einem besseren Verständnis untereinander führt.

 

 

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