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Gemeinsames Lernen im Klassenverband

gemeinsames Lernen im Klassenverband

Wie kann gemeinsames Lernen im Klassenverband in der Praxis umgesetzte werden und welche Vorteile bringt gemeinsames Lernen auf dem Weg zur Inklusion mit sich? In diesem Beitrag gehen wir genau diesen Fragen nach und geben euch Antworten und Impulse mit auf den Weg. Los geht’s. ⬇️

Was bedeutet gemeinsames Lernen im Klassenverband?

Gemeinsam Lernen bedeutet eine Unterrichtsgestaltung, in der Kindern und Jugendlichen das Lernen in Gemeinschaft unabhängig von individuellen Beeinträchtigungen oder Einschränkungen ermöglicht wird. Die Schüler:innen, die Unterstützungsbedarf benötigen werden nicht getrennt von den anderen Kindern betreut und unterrichtet. Alle Schüler:innen dürfen stattdessen in ihrem natürlichen Lebensumfeld aufwachsen. Die UN-Behindertenrechtskonvention sieht vor, dass für alle Menschen eine uneingeschränkte Teilnahme im Alltag ermöglicht wird und das gilt selbstverständlich auch für den Schulalltag.

Je nach Unterstützungsbedarf eines Kindes sollen individuell abgestimmte Lernwege ermöglicht werden, damit alle Schüler:innen nachhaltig Wissen generieren und ihre bestmöglichen Lernerfolge erzielen können. Gemeinsames Lernen erfordert die multiprofessionelle Teilhabe von Pädagog:innen und Bezugspersonen aber auch Tools wie zum Beispiel SPLINT können dabei helfen, gemeinsames Lernen und Inklusion voranzutreiben. Erfahre hier mehr zur Webanwendung SPLINT und wie es dich im Schulalltag entlasten kann.

Welche Vorteile bringt gemeinsames Lernen auf dem Weg zur Inklusion?

Die Vorteile sind vielfältig:

  • Kinder mit Einschränkung haben nur dann eine Chance auf die vollständige Teilhabe an der Gesellschaft, wenn sie die Möglichkeit haben mitten in der Gesellschaft leben und lernen zu können.

  • Gemeinsam Lernen ermöglicht eine Begegnung auf Augenhöhe. So lernen sich Menschen mit und ohne Behinderung nicht nur oberflächlich kennen und verstehen. Es können Vorurteile abgebaut werden und echte, lebenslängliche Freundschaften entstehen.

  • Die Schüler:innen können sich in ihren Unterschieden und ihrer Vielfalt wertschätzen lernen. Durch gemeinsames Lernen wird ein selbstverständlicher Umgang miteinander gefördert.

  • Gemeinsames Lernen stellt eine Bereicherung für alle Beteiligten dar. Berührungsängste müssen dadurch gar nicht erst entstehen, denn Verschiedenheit ist normal. Toleranz, Hilfsbereitschaft und die individuelle Persönlichkeit jeder/jedes Einzelnen können gestärkt werden.

  • Durch Gemeinsames Lernen haben alle Schüler:innen die Möglichkeit ihr Potential zu entfalten. Denn jedes Kind hat unterschiedliche Begabungen und Voraussetzungen, die bisher leider oft zu wenig Aufmerksamkeit im starren Bildungssystem bekommen.

  • Kinder und Jugendliche lernen in inklusive Klassen nicht nur gemeinsam, sondern auch voneinander – die beste Vorbereitung für ein selbständige und lebenswerte Entwicklung.

  • Ein inklusives Schulsystem ist langfristig gesehen weniger kostenintensiv als ein komplexes System unterschiedlicher Schultypen mit Spezialisierungen.

  • Ebenfalls teurer ist es, mangelhaft ausgebildete Kinder und Jugendliche nachträglich zu fördern anstatt ihnen von Beginn an einen guten Bildungszugang zu ermöglichen. Das eröffnet sowohl ihre Chancen auf dem freien Arbeitsmarkt als auch eine reale Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.

Wie kann gemeinsames Lernen im Klassenverband umgesetzt werden?

Inklusion kann nur gelingen, wenn sie in allen Bereichen unserer Gesellschaft umgesetzt wird. Auch in der Schule. Die Unterrichtsgestaltung soll so aussehen, dass alle Kinder in den gleichen Räumen lernen und an gemeinsamen Themen, bei Bedarf individuell angepasst, tüfteln können. Als Pädagog:in kannst du ein Augenmerk darauf legen, für die Schüler:innen Übungen und Aufgaben anzubieten, die möglichst viele Wahrnehmungskanäle ansprechen. Der Vorteil besteht unter anderem darin, dass der Unterricht in der Qualität verbessert und das Interesse der Schüler:innen länger aufrechterhalten werden kann. Wir haben dir hier einen Artikel mit Impulsen verlinkt.

Weiters bewährt sich auch die ,,Schüler:innen helfen Schüler:innen’’- Methode. Dabei geht es darum, dass nicht der oder die Lehrer:in interveniert wenn Kinder bei einer Aufgabe Schwierigkeiten haben, sondern Schüler:innen, die die Aufgabe verstanden haben. Von dieser Methode profitieren alle Schüler:innen. Bei manchen wird das eigene Wissen durch das Weitergeben gefestigt, die anderen bekommen die Aufgabe von Gleichaltrigen erklärt und trauen sich dann oft eher, bei Unklarheiten mehrere Male nachzufragen.

Gemeinsam Lernen im Klassenverband mit der Web-App SPLINT begleiten:

  • Formuliere mit SPLINT allein oder gemeinsam mit Kolleg:innen Förderziele bzw. Entwicklungsziele der Schüler:innen

  • Nutze dafür eigene Beobachtungen und/oder Beobachtungshilfen und Tools zur Diagnostik innerhalb der Web-App SPLINT

  • Lass dir situations- und bedarfsgerechte Maßnahmen oder Handlungsempfehlungen anzeigen und erstelle ganz einfach einen individuellen Entwicklungs- oder Förderplan

  • Begleite diesen Plan allein oder kollaborativ mit deinen Kolleg:innen, indem alle Entwicklungsschritte per Kommentarfunktion unkompliziert festgehalten werden können

SPLINT als digitale Begleitung individueller Lernwege

Impulse für einen starken Klassenverband und -zusammenhalt

Als Klassenverband wird die soziale Einheit innerhalb einer Klasse verstanden. In einer idealen Klassengemeinschaft begegnen sich alle Schüler:innen auf Augenhöhe und zeigen untereinander Respekt und Empathie. Auf dem Weg zur Inklusion ist es bedeutsam, den Klassenverband nachhaltig zu stärken. Dafür haben wir für euch nachfolgend einige Impulse zusammengetragen:

  1. Vertrauensbildende Spiele in den Unterricht einbinden: Vertrauen unter den Schüler:innen zu schaffen kann eine große Herausforderung bilden. Neben Übungen in kleinen Teams bieten sich auch vertrauensbildende Spiele im Unterricht an. Im Freien oder in der Sporthalle kannst du mit deinen Schüler:innen ,,den Fluss überqueren’’ spielen. Benötigt wird hierfür lediglich ein dickes, langes Seil. Dieses Seil wird auf den Boden gelegt. Im Spiel geht es darum,  dass die Schüler:innen auf beiden Seilenden anfangen, über das Seil zu balancieren und das andere Ende zu erreichen. Dabei treffen die Schüler:innen an einem bestimmten Punkt aufeinander. Sie müssen einander vorbei kommen, ohne vom Seil abzukommen.
  2. Festgelegte Verhaltensregeln: Damit sich die Schüler:innen gegenseitig mit Respekt behandeln und auf Augenhöhe miteinander kommunizieren, müssen die Verhaltensregeln zuvor mit der gesamten Klasse kommuniziert werden. Das A und O sind ein wertschätzender Umgangston miteinander, das Zuhören des Gegenübers und das Ausdrücken seiner eigenen Gefühle. Die Verhaltensregeln können auch visuell im Klassenzimmer dargestellt werden. Sie sollte kurz und verständlich formuliert sein.
  3. Gemeinsame Entspannungsmomente schaffen: Damit auch die Pausen zwischen den intensiveren Lerneinheiten gemeinsam verbracht werden können, eignet sich die Übung der Regenmassage wunderbar. Die Schüler:innen setzen sich hintereinander auf den Boden, sodass ein geschlossener Kreis entsteht. Für eine gemütlichere Atmosphäre können Decken und Kissen als Unterlage verwendet werden. Du beginnt als Pädagog:in nun, eine Geschichte zu erzählen, welche die Schüler:innen mittels einer Massage an ihrem oder ihrer Mitschüler:in begleiten. ,,An einem warmen Sommertag beginnt es plötzliche leicht zu nieseln…’
  4. Die Komplimente-Dusche: Fix als Ritual zu Wochenbeginn oder einfach zwischendurch eignet sich die Komplimente-Dusche hervorragend, um den Klassenverband zu stärken und jedes einzelne Kind dabei mit Komplimenten zu überhäufen. Das funktioniert so: Ihr versammelt euch im Sitzkreis und du wählst als Pädagog:in ein Kind aus. Alle anderen Schüler:innen dürfen dem Kind ein Kompliment machen und eine Eigenschaft nennen, die sie am Kind besonders schätzen. Negative Kommentare haben bei dieser Übung keinen Platz.

 

Gemeinsam lernen und wachsen: Auf dem Weg zur Inklusion

Inklusiv ausgerichtete Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten zeigen allen Beteiligten, dass Vielfalt als normal wahrgenommen werden soll. Verschiedene soziale Schichten, mit oder ohne Migrationshintergrund, Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, mit Lernschwierigkeiten oder Inselbegabung – alle treffen in einer inklusiven Schule aufeinander und jeder kann Einblicke in das Leben der anderen generieren. Inklusive Bildung sieht Vielfalt als Ressource.

Wirtschaftlich betrachtet wäre es teurer, junge Menschen mit Beeinträchtigungen oder Kinder aus sozial benachteiligten Familien nachteilig zu unterstützen, als ihnen von Beginn an eine gute, inklusive Bildung zu ermöglichen. Gemeinsames Lernen auf dem Weg zur Inklusion ist ein Schritt in die richtige Richtung!

 

Der Dokumentarfilm ,,Klassenleben’’ zeigt den Alltag an einer Berliner Schule, an der Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam lernen, Spaß haben und miteinander wachsen. Hier gelangst du zum Trailer.

 

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