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Winterzeit in der Schule inklusiv gestalten

Das Beitragsbild zeit Kinder mit ihren Schultaschen durch den Schnee laufen. Am oberen Bildrand ist ein weißer, leicht-transparenter Balken zu sehen, auf dem der Titel in dunkelblauer Schrift steht: " Inklusive Winterzeit in der Schule". Unten rechts ist ein weißer Kreis mit der Aufschrift "jetzt lesen" zu sehen. Ein Mauszeiger klickt auf diesen Button.

Einige von uns erinnern sich noch an die eigene Vorweihnachtszeit in der Schule. Lehrkräfte stecken oft viel Arbeit in das Anpassen der Schulmaterialien an die jeweilige Jahreszeit. Es werden Weihnachtsgeschichten vorgelesen, Plätzchen gebacken und Wunschzettel für den Weihnachtsmann geschrieben. All das bedeutet für einige Kinder Tradition. Andere wiederum schließt es aus. Nicht alle Schüler:innen feiern Weihnachten. Und auch in Familien, in denen Weihnachten gefeiert wird, gibt es Unterschiede. Doch wie lässt sich die Winterzeit in der Schule inklusiv gestalten? 

Verständnis für verschiedene Traditionen in der Winterzeit

Schulen sollten ein Umfeld schaffen, in dem verschiedene Religionen und Traditionen Raum finden. Es könnten Unterrichtseinheiten geplant werden, in denen über verschiedene traditionelle Winterfeste gesprochen wird, wie z.B. Chanukka oder das chinesische Neujahrsfest. Kinder aus muslimisch geprägten Familien feiern vielleicht kein Weihnachten, aber dafür Neujahr und bekommen an diesem Tag Geschenke. Die verschiedenen Feste können miteinander verglichen werden und vielleicht lassen sich sogar Gemeinsamkeiten feststellen. Vielleicht gibt es auch Schüler:innen mit Einwanderungsgeschichte, die eines dieser Feste mit ihren Familien feiern und davon berichten möchten (dies sollte immer freiwillig sein). Jedes Fest bietet seine eigenen Bräuche, die im Klassenzimmer gefeiert werden können. Auf diese Weise bekommen die Kinder Einblick in andere Traditionen und lernen, “über den Tellerrand” zu schauen.

Sensibilität gegenüber finanziellen Unterschieden

Nach den Ferien vergleichen Schüler:innen in Gesprächen ihre Weihnachtsgeschenke. Dabei muss bedacht werden, dass nicht alle Eltern ihren Kindern teure Geschenke machen können. Das kann bei genau diesen Schüler:innen zu Scham und Unsicherheit führen. Der Fokus sollte deshalb nicht auf Materielles gelegt werden. Vielmehr kann Weihnachten auch im Unterricht wegen des Kapitalismus offen kritisiert werden. Werte wie Gemeinnützigkeit, Unterstützung, Nächstenliebe und Achtsamkeit sollten dabei in den Mittelpunkt gerückt werden.

Gemeinschaftsprojekte und soziales Lernen in der Grundschule

Der Winter ist auch die Zeit der Wohltat und Nächstenliebe und bietet sich an, um auf Menschen aufmerksam zu machen, denen es an Wärme, Nahrung und anderen Grundbedürfnissen fehlt. Soziale Projekte stärken das Gemeinschaftsgefühl und so kann den Schüler:innen z.B. die Möglichkeit geboten werden, gut erhaltenes  Spielzeug auszusortieren und an bedürftige Kinder zu spenden oder selbstgebackene Plätzchen an Obdachlose zu verschenken

Inklusive Feiern und Aktivitäten

Schulaktivitäten könnten winterlich statt weihnachtlich geprägt sein (dabei gibt es natürlich Überschneidungen). Statt christlichen Bildern können Symbole wie Schneeflocken und Pinguine verwendet werden. Gibt es nicht-christliche  Traditionen, die in der Schule ausprobiert werden können? Lehrkräfte könnten Thementische zu verschiedenen winterlichen Traditionen gestalten, auf denen Materialien ausliegen, die zur entsprechenden Tradition passen (z.B. Symbole, Songtexte, Rezepte, etc.).

Offene Gesprächsrunden

Lehrkräfte können mit ihren Schüler:innen in den direkten Austausch gehen. So kann die ganze Klasse von den Erfahrungen und Erzählungen profitieren und lernen, wodurch ein Austausch über die unterschiedlichen Traditionen angeregt wird, von denen einige vielleicht sogar umgesetzt werden können. Das erweitert den Horizont der Schüler:innen (und sicherlich auch der Lehrkräfte). Alle Stimmen finden so Gehör. 

Trotzdem ist wichtig zu wissen, dass Personen mit nicht-christlichen Traditionen nicht verpflichtet sind, andere über ihre Bräuche aufzuklären und eine lehrende Rolle einzunehmen, wenn sie es nicht möchten.

Reflexion und Feedback

Sensible Themen verlangen ständige Anpassung. Für Lehrkräfte ist es wichtig, immer im Gespräch zu bleiben und sich ggf. selbst fortlaufend weiterzubilden. Dafür kann es hilfreich sein, von vornherein offen zu sein und sich auf Neues, Unbekanntes einzulassen.

Fazit

Die Winterzeit bietet einige Möglichkeiten, den Unterricht besonders und abwechslungsreich zu gestalten. Dabei muss nicht völlig auf liebgewonnene Traditionen verzichtet werden. Vielmehr können neue Aspekte hinzukommen, um auch anderen Festen und Bräuchen den Raum zu geben und so ein Bewusstsein für verschiedene Traditionen zu schaffen. 

 

Weiterführende Quellen

Cornelsen: Unterrichtsideen für den Winter

Bildungsserver: Advent und Weihnachten in der Schule

Betzold: Vorweihnachtszeit

Grundschul-Blog: Materialien und Ideen

Sailer Verlag: Weihnachten im Unterricht

Zeit: Wie religiös darf eine Weihnachtsfeier in der Schule sein?

Spiegel: Nichtchristen über Heiligabend

Lehrer-online: Feste, Bräuche und Traditionen im europäischen Vergleich

 

Weitere Blogartikel

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