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Inklusion und Diversität in der Schule: Ein Interview mit Andrea von @achtsamkeitmachtschule

Andrea von @achtsamkeitmachtschule

Lesedauer: ca. 5 Minuten

In unserem heutigen Beitrag stellen wir euch eine inspirierende Persönlichkeit vor, deren Beiträge und verbreitete Message uns auf den sozialen Medien besonders erfreuen. Wir folgen Andrea vom Kanal @achtsamkeitmachtschule schon seit einer längeren Zeit auf Instagram und durften ein Interview mit ihr zum Thema ,,Diversität und Inklusion in der Schule” führen. Die Themen liegen uns als Unternehmen am Herzen und begleiten uns durch den Alltag, daher sind wir besonders gespannt, welchen Platz diese Werte bei Andrea und in ihrem Kanal einnehmen. 

Die Lehrerin Andrea Lengenfelder teilt auf ihrem Kanal @achtsamkeitmachtschule Übungen und Impulse rund um die Themen Achtsamkeit und mentale Gesundheit in der Schule. Andrea ist als freiberufliche Yoga- und Instrumentallehrerin tätig und unterrichtet Musik an einer Grund- und Realschule. Vor ihrem Lehramtsstudium übte sie einen Beruf im Gesundheitswesen aus und kann nun ihre Fähigkeiten aus beiden Bereichen optimal vereinen indem sie aufzeigt, wie wir Prävention in die Schule bringen können. 

Andrea hat ihre Vision ganz klar vor Augen: Die Schule wieder als einen Ort darzustellen, der sie ist.  Ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche wachsen und lernen dürfen, um optimal auf ihr späteres Leben vorbereitet zu werden. Dazu gehört für Andrea  in erster Linie ein angstfreies Umfeld ohne ständigen Leistungs- und Notendruck. Dafür ein deutlich höherer Grad an Individualisierung sowie die Förderung der individuellen Interessen, Talente und Fähigkeiten der Kinder. 

Wie würde ein:e Schule/Unterricht/Gesellschaft für dich aussehen, die/der Diversität wirklich lebt? 

Bunt! Ich sehe einen Ort voller Neugierde und Freude, an dem jedes Kind und jeder Mensch weiß, wie wichtig der Beitrag ist, den er leistet und dass ohne ihn ein wichtiges Mitglied der Gemeinschaft fehlen würde.

Für mich ist die Schule auch immer ein Abbild der Gesellschaft, bzw. davon, wohin sich die Gesellschaft entwickeln wird. Denn alle Menschen haben einmal die Schule durchlaufen und wurde durch die Erfahrungen, die sie dort gesammelt haben, maßgeblich geprägt. Daher sehe ich durch Diversität, die bereits in der Schule gelebt wird, eine Gesellschaft voller Mitgefühl und Verständnis für andere. Wahrscheinlich ist es auch einfach kein Thema mehr, es ist „normal“, dass jeder Mensch individuell ist und dadurch wird das Wort „normal“ auch vollständig überflüssig, denn das gibt es dann nicht mehr. Ich sehe eine Gesellschaft, in der jeder so lebt, wie er möchte. In der alle ihre individuellen Stärken und Talente ausleben und die Menschen sich so wundervoll wie zu einem großen Puzzle ergänzen, in dem jeder seinen Platz hat. 

Welche drei Werte sind für dich wichtig und begleiten dich in deinem Leben bzw. Alltag? 

Meine 3 wichtigsten Werte sind Freiheit, Mut und Liebe.

Was würdest du dir vom Bildungsministerium wünschen, um Diversität und Inklusion voranzutreiben?

Ich wünsche mir eine Bewegung hin zur Individualisierung. Die Auflösung der verschiedenen Schularten. Unterstützung für Lehrkräfte und dass die Bedeutung ihrer Arbeit für die Gesellschaft und auch deren Zukunft wieder mehr wertgeschätzt wird.  Abschaffung von Noten, Lehrplänen, Klassen und Bewertungsmaßstäben. Die Anerkennung von Fehlern als etwas Gutes, aus dem man lernen kann. Verlagerung des Fokus weg von dem Ausgleich der Schwächen (z.B. durch Nachhilfe), sondern hin zu einer Förderung der individuellen Stärken. 

Was ist deiner Meinung nach die größte Hürde, weshalb Diversität und Inklusion noch nicht selbstverständlich sind?

Als größte Hürde sehe ich persönlich die festgefahrenen Strukturen und die Angst vor Veränderung, die leider in der deutschen Gesellschaft sehr präsent ist. Es bestehen so viele Stereotypen und Vorurteile und viele Menschen sind nicht dazu bereit, diese aufzugeben. Stattdessen wird versucht, eine Homogenisierung der Gesellschaft zu erreichen, ganz nach dem Motto „bloß nicht auffallen“. Unser Bildungssystem braucht eine komplette Überarbeitung, das hat vor allem auch die Situation während der Pandemie deutlich gezeigt. Und dessen ist sich auch die Politik bewusst und genau aus diesem Grund traut sich niemand daran, diese Schritte wirklich einzuleiten. 

Andrea, gibt es noch Gedankengänge oder Wünsche, die dir am Herzen liegen? 

Die Arbeit im Bereich Diversität und Inklusion finde ich persönlich eine der wertvollsten Vorantreiber für unser Bildungssystem. Und wenn man das Konstrukt einmal verstanden hat, ist es ein absoluter Game-Changer. Denn jedes Kind ist ein „Kind mit individuellem Förderbedarf“. Aktuell haben wir ein System, genannt Lehrplan, das wir einfach jedem Kind überstülpen. So, als wäre die Schultüte die Eintrittskarte dazu. Doch dieses System funktioniert schon lange nicht mehr, spätestens seit es Google (und alle weiteren Online-Suchmaschinen) gibt, brauchen wir keine Kinder mehr, die als Lexika herumwandern. Die Individualität eines jeden einzelnen Menschen ist der Schlüssel für eine funktionierende Gesellschaft, in die sich jeder mit seinen Stärken, Talenten und Fähigkeiten einbringen kann. Sobald wir das verstanden haben, müssen wir nicht mehr über Diversität und Inklusion sprechen. 

Wir bedanken uns recht herzlich bei dir, Andrea, für das nette Interview und schätzen deine Bemühungen, einen inklusiven und diversitätssensiblen Alltag voranzutreiben wert und sehen deinen Content als Bereicherung für alle an!

Wenn du bei Andreas Instagram Kanal @achtsamkeitmachtschule vorbeischauen möchtet, dann klick doch einfach mal hier. Zu weiteren Artikeln rund um das Thema inklusive Schule kommst du, wenn du hier klickst. 

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