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Schule neu denken: Diklusion als neue Chance?

Schule neu denken: Diklusion

Schule neu denken, was bedeutet das? Und was ist unter dem Begriff Diklusion zu verstehen? Wie kann digitale Inklusion in der Schule umgesetzt werden und welchen Mehrwert bringen digitale Medien im Unterricht? Diesen und weiteren spannenden Fragen rund um’s Thema gehen wir in diesem Blogbeitrag nach. 

Was ist Diklusion eigentlich? 

Der Begriff Diklusion setzt sich aus digitale Medien und Inklusion zusammen. Doch was bedeutet es eigentlich, Inklusion auf die digitale Welt zu übertragen?

Von Inklusion ist dann zu sprechen, wenn alle Menschen uneingeschränkt und ohne jeglicher Barrieren Teilhabe erfahren können. Die digitale Inklusion verfolgt das Ziel, möglichst allen Menschen Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Dabei soll sich nicht der Mensch für die Nutzung der digitalen Medien ändern oder anpassen müssen, sondern das Umfeld, sodass digitale Medien für jeden Menschen einfach zugänglich sind. 

Diklusion zielt darauf ab, Gleichberechtigung und Teilhabe in unserer Gesellschaft im Kontext der Mediennutzung vor allem in der Schule voranzutreiben. Es geht also darum, Inklusion und somit Chance und Teilnahme durch das Einsetzen von digitalen Medien im Unterricht zu schaffen. Um digitale Inklusion an Schulen und Bildungsinstituten erfolgreich umsetzen zu können, sollten digitale Medien Bestandteil der Aus- und Weiterbildung sein.

Schule neu denken – warum ist digitale Inklusion so wichtig?

Das Konzept der Grundschule so wie wir es heute kennen reicht 150 Jahre in die Vergangenheit zurück und hat ihre Anfänge im Industrialisierungszeitalter. Die damaligen Denkstrukturen und vor allem das ,,Maschinendenken’’ wurde auch auf die Schule und die Schüler:innen übertragen, indem jede:r denselben Stoff zum Bearbeiten bekam. Heute, 150 Jahre später, zeigen Forschungserkenntnisse der Neurobiologie und der Entwicklungs- und Lernpsychologie, dass das Lernen anders gestaltet werden muss. (Quelle)

Die Schule neu denken mit den Grundlagen unserer Zeit lautet die neue Devise. Wenn unser Bildungssystem immer inklusiver wird, hilft das beim Erkennen und beim Überwinden von Barrieren. Es wird die Teilhabe aller gefördert. Während eine inklusive Schule in Deutschland von der UN-Behindertenkonvention vorgegeben wird, besteht bezüglich des Einzugs von digitalen Medien in den Unterricht keine Vorgabe. Wenn man Schule neu denken möchte sollte man aber die Veränderungen in der Gesellschaft nicht außer Acht lassen und diesen auch eine Chance für den Einzug in den Unterricht geben. Bei der Diklusion geht es neben der reinen Zusammenführung von Inklusion und digitalen Medien im Unterricht auch darum, dass beide Teilbereiche in bestimmten Unterrichtsphasen alleine bestehen können. 

Digitale Inklusion bringt Chancen wie zum Beispiel die Förderung von kollaborativen, zeit – und ortsunabhängigen Arbeiten mit sich. Zudem haben meist alle Beteiligten die Möglichkeit, zu Wort zu kommen. Von multimedialen Lerninhalten in Form von Audio,- Video,- Bild,- oder Textdateien können zudem alle Kinder profitieren, da oft alle Wahrnehmungskanäle angesprochen werden. 

Digitale Medien im Unterricht: Pro und Contra

Viele Schulen setzen digitale Medien bereits mit einem Selbstverständnis im Unterricht ein. Doch sind die digitalen Medien das ultimative Werkzeug in der schulischen Sozialpädagogik? Was bewirken digitale Medien im Unterricht? Pro und Contra haben wir hier für euch zusammengefasst: 

Digitale Medien im Unterricht – PRO:

  • In sehr vielen Berufen wird heutzutage vorausgesetzt, dass man sich mit digitalen Medien gut auskennt. In der Schule kann den Kindern der richtige Umgang und die Grundausbildung gelernt werden. 
  • Unterstützung zum individualisierten Lernen: Mit Hilfe von Lern-Apps kann den einzelnen Kindern eine gezielte, individuelle Übung oder Aufgabenstellung gegeben werden. 
  • Durch den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht kann eine höhere Spontanität bei der Auswahl von Übungen oder Arbeitsblättern erfolgen
  • Tools wie zum Beispiel Miro kann das kollaborative Arbeiten unter den Schüler:innen fördern. Jede:r Schüler:in hat die Möglichkeit, seine oder ihre Impulse und Ideen zu einem Thema einzubringen. 
  • Pädagog:innen können mit Hilfe digitaler Lösungen die Lern- und Entwicklungsfortschritte der Schüler:innen besser im Überblick behalten und diese kollaborativ bearbeiten und begleiten 

Digitale Medien im Unterricht – CONTRA:

  • Sofern die digitalen Endgeräte nicht von der Schule zur Verfügung gestellt werden können, liegt in den Anschaffungskosten, die bei den Eltern hängen bleiben ein Nachteil
  • Die Wartung der digitalen Endgeräte: Wer übernimmt die Kosten für Reparaturen oder Neuanschaffungen?
  • Wenn digitale Medien im Unterricht intensiv über einen langen Zeitraum eingesetzt werden, kann sich das auf das soziale Miteinander und den persönlichen Austausch untereinander nachteilig auswirken

Diklusion: Wie kann digitale Inklusion in der Schule funktionieren? 

Nachfolgend haben wir einige Impulse für dich vereint, wo wir Möglichkeiten der Umsetzung von digitaler Inklusion im Unterricht vorstellen. 

  • Multimediale Lernangebote in den Unterricht einsetzen: 

Während manche Schüler:innen gut über auditive Lerninhalte erreichbar sind, bleibt bei anderen das Gesehene besser im Gedächtnis. Die Möglichkeiten für den Unterricht sind nahezu unbegrenzt. Viele verschiedene Aufgabenformate wie Lernvideos, Pinnwände oder Kreuzworträtsel können im Unterricht eingesetzt oder je nach Schüler:in individuell zugeteilt werden. 

  • Selbstregulierendes Lernen unterstützen: 

Als Pädagog:in kannst du mit deinen Schüler:innen jeweils ein Ziel formulieren, um dessen/deren Motivation für die Fertigstellung der Übung zu steigern. Du kannst Möglichkeiten zur eigenständigen Lernerfolgsmessung vorstellen und die Fortschritte mit deinen Schüler:innen dokumentieren. 

  • Selbstständiges Arbeiten fördern: 

Digitale Medien sind dafür bekannt, dass sie die Möglichkeit einer Vernetzung mit anderen Menschen besitzen. Allerdings kannst du deinen Schüler:innen auch ganz individuelle Aufgabenstellungen und Übungen über ein digitales Medium bereitstellen. So wird zum einen die selbstständige Arbeitsweise gefördert und zum anderen kannst du im Blick behalten, wie der/die Schüler:in mit der ausgewählten Übung zurecht kommt. 

  • Sich tiefergehend mit einem Thema auseinandersetzen: 

Im Unterbewusstsein wollen wir Menschen ständig neue Fähigkeiten erlernen. Bei Kindern ist die Motivation im Hinblick auf das Lernen aber noch intensiver ausgeprägt. Daher kann man seinen Schüler:innen die Möglichkeit geben, sich mit Lerninhalten tiefer auseinanderzusetzen, die das Kind gerade zu interessieren scheinen. 

 

Als Inspiration für diesen Beitrag diente uns die Website von Dr. Lea Schulz. Dort findet ihr noch mehr Expertise zum Thema Diklusion: https://leaschulz.com/diklusion/ 

Weitere spannende Artikel und Inspiration rund um die Themen Inklusion und individuelle Förderplanung findest du hier auf unserem Blog.

 

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